Praktische Umsetzung

Kreislauffaehige-Materialien

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung sieht in seiner 2015 erschienenen Veröffentlichung „Überflutungs- und Hitzevorsorge durch die Stadtentwicklung – Strategien und Maßnahmen zum Regenwassermanagement gegen urbane Sturzfluten und überhitzte Städte …“ die Entwicklung nachhaltiger Speicher- und Bewässerungssysteme als zentrale Zukunftsaufgabe für klimaangepasste Städte an. Wie v.a. die Sommer 2018, 2019 und 2020 mit ihren Hitzerekorden, Tropennächten, lang anhaltenden Trockenperioden und vielfachen Starkregenereignissen gezeigt haben, sind solche Entwicklungen dringend notwendig.

Meteorologische Extremereignisse haben in der jüngsten Vergangenheit deutschlandweit die hohe Verwundbarkeit der Städte gegenüber den Folgen des Klimawandels deutlich gemacht. Die Kommunen und Städte unterliegen somit einem enormen Kosten- und Handlungsdruck, auf engstem Raum kostengünstige und praktikable Maßnahmen sowohl gegen die Starkregenereignisse/Sturzfluten als auch gegen den Hitzestress zu entwickeln.

Bäume beeinflussen das Mikroklima positiv. Sie verringern Windgeschwindigkeiten, spenden Schatten und entziehen durch Verdunstung ihrer Umgebung fühlbare Wärme und erhöhen die Luftfeuchte. Die empfundenen Umgebungstemperaturen werden reduziert. Vitale Bäume sind deshalb ein extrem wirksames Mittel gegen lokale sommerliche Überhitzung, dem Hitzeinsel-Effekt. Sie können aber nur jene Wassermenge verdunsten, die auch im Boden pflanzenverfügbar gespeichert ist.

Beim Schwammstadt-Prinzip wird Niederschlagswasser durch städtische Oberflächen aufgenommen, gespeichert und verzögert abgeleitet oder dem natürlichen Wasserhaushalt zugeführt. Das Boden Rohr-System BoRSis, als eine Maßnahme des Schwammstadt-Prinzips, weist gegenüber anderen bisherigen Lösungsansätzen einen deutlichen größeren Speicherkörper (höheres Retentionsvermögen) durch die Nutzung des vorhandenen Leitungsgrabens mit den Abwasserrohren auf, ohne zusätzlich neue Flächen in Anspruch zu nehmen. Das ist nicht nur praxisnah umsetzbar sondern auch ökologisch und ökonomisch äußerst sinnvoll.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Berücksichtigung wasserwirtschaftlicher, geotechnischer, baumökologischer und ökonomischer Fragestellungen sowie die Verwendung kreislauffähiger, ressourcenschonender Materialien im Projekt BoRSis, versprechen die Entwicklung eines ganzheitlichen und innovativen Lösungsansatzes. Nicht zuletzt wird durch die Einbindung verschiedener Praxispartner die reale und praxistaugliche Umsetzbarkeit erhöht.